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By Sylvia Buchen, Maja S. Maier

Sinkende Geburtenraten und eine steigende Lebenserwartung sind in hochentwickelten Industriegesellschaften weltweit feststellbare Phänomene, die in Politik, Medien und Wissenschaften widersprüchlich diskutiert werden: Zum einen wird mit einer Krisenrhetorik vor einer ‚schrumpfenden’, ‚vergreisten’ Gesellschaft bzw. einer ‚Rentnerdemokratie’ gewarnt und damit der Generationenkonflikt ins Zentrum gerückt. Zum anderen wird ein perfect des Alters propagiert, das Aktivität, Selbstverantwortung und die Bereitschaft zu ‚lebenslangem Lernen’ für erstrebenswert erklärt und damit direkt an den Diskurs der New economic system anschließt. Dieser Band beansprucht der ideologischen ‚Demografisierung’ sozialer Probleme entgegenzuwirken und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Älterwerden nicht nur neu zu denken ist, sondern auch, wie ein selbstbestimmtes und würdiges Leben (bis zum Tod) gestaltet werden kann. Dazu werden aktuelle (und historische) Diskurse zum demografischen Wandel und zur Kultur des Alter(n)s aus interdisziplinären Perspektiven kritisch beleuchtet.

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5 Sie beruht im Kern darauf, dass sich die Kennzahlen der Geburtenrate und der Lebenserwartung nur langsam verändern und dass sich vor allem aus der Kenntnis der Zahl der heute geborenen Mädchen, der Geburtenrate und des durchschnittlichen Erstgeburtsalters eine ziemlich genaue Prognose gewinnen lässt, mit welchen Generationsgrößen wir in etwa 30 Jahren – wenn diese Mädchen Mütter werden könnten – rechnen können. Das bedeutet aber auch, dass der so genannte ‚Pillenknick‘ in den 60er Jahren 25 bis 30 Jahre später ein Geburtentief nach sich zieht (weil es 25 bis 30 Jahre später weniger potenzielle Mütter gibt), was wiederum einen Einschnitt in etwa 25 bis 30 Jahren bewirken wird etc.

Doch sind wir am Ende der Überlegungen? Die politischen Strategien sind nicht sakrosankt und keineswegs erschöpfend. B. Allmendinger/Dressel/Ebner 2006: 170). Die Diskontinuität von Erwerbsverläufen könnten dabei als Chance für Familie (und Pflege) von Frauen und Männern genutzt und ganz neue Arten von Lebensläufen strukturell verankert werden – dies dürfte bei der Trägheit der politischen Steuerungen allerdings erst bei der übernächsten Generation zum Tragen kommen. Ein anderer Vorschlag bezieht sich darauf, nicht nur an Familie und Geburtenraten zu denken, sondern rechtzeitig, in jüngeren Jahren, den Aufbau von Netzwerken und alternativen, gemeinschaftlichen Lebensformen zu fördern, aus denen dann im Alter neue, quasifamiliäre Formen von Unterstützung, Begleitung und Betreuung erwachsen können (vgl.

Entfällt ganz. Unterstützt wird, wer im Hier und Jetzt Kinder betreut. Der eingeschlagene politische Weg wird über all diese Gesetze recht deutlich: Frauen und Männer sollen möglichst umfassend erwerbstätig sein. Damit dennoch die geringe Fertilitätsrate nicht weiter sinkt bzw. möglichst erhöht wird, werden alle Formen kostengünstiger familiärer oder halbfamiliärer Betreuungsarbeiten durch steuerliche Absetzungsmöglichkeiten (Kinderbetreuungskosten), staatliche 54 Gabriele Winker Transferzahlungen (Kinder- und Elterngeld), gesetzliche Regulierungen (Rentenanwartschaften, Unterhaltszahlungen für Kinder statt für Ehefrauen) sowie den Ausbau einer kostengünstigen Betreuungsstruktur unterstützt.

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