Download Afrika. Mythos und Zukunft by Katja Bohler, Jurgen Hoeren (eds.) PDF

By Katja Bohler, Jurgen Hoeren (eds.)

Show description

Read Online or Download Afrika. Mythos und Zukunft PDF

Similar german books

Handbuch des Fernabsatzrechts (Springers Handbucher der Rechtswissenschaft) (German Edition)

Das Fernabsatzrecht umfasst alle Rechtsprobleme, die die Veräußerung von Waren und Dienstleistungen über Fernkommunikationsmittel betreffen. Rechtsquellen sind neben dem Konsumentenschutzgesetz und dem ABGB auch verbraucherschützende EG-Richtlinien sowie deren Umsetzung in das nationale Recht. Das Handbuch bietet einen Überblick über die Struktur und die Besonderheiten des Fernabsatzrechts.

Additional info for Afrika. Mythos und Zukunft

Example text

Jahrhunderts auf. Dass indigene 56 Menschen Träger dieser »Hochkultur« von Great Zimbabwe und Erbauer der gewaltigen Maueranlagen gewesen sein konnten, kam ideologisch nicht in Frage. Immerhin stand man gerade im Begriff, eine einigermaßen dauerhafte europäische Herrschaft über Afrika zu etablieren, und das Argument, dass damit endlich Zivilisation und Frieden auf dem »dunklen Kontinent« Platz greifen würden, war für die Motivierung von Wählern und Steuerzahlern (später auch von Wählerinnen und Steuerzahlerinnen) in der Heimat nicht ohne Bedeutung.

Spanisch-arabische Autoren berichteten schon ab dem 11. Jahrhundert etwa von der prunkvollen Hofhaltung der westafrikanischen Herrscher: »Der König [von Ghana] besitzt einen Palast und zahlreiche überkuppelte Räume, die von einer Art Stadtmauer umgeben sind… Der König schmückt sich wie eine Frau an Hals und Unterarmen, auf dem Kopf trägt er eine hohe, mit Gold verzierte Mütze, die mit einem Turban aus feiner Baumwolle umwickelt ist. Bei Au48 dienzen oder während der Anhörung von Beschwerden gegen Beamte sitzt er in einem Kuppelbau, einem Pavillon, um den zehn Pferde stehen, die mit goldbestickten Decken geschmückt sind.

Inwiefern solche Berichte auch breiteren Kreisen der Öffentlichkeit bekannt waren, muss zwar dahingestellt bleiben; mindestens den Experten aber und somit auch den politischen Entscheidungsträgern in den Staaten Süd- und Westeuropas der frühen und mittleren Neuzeit war Afrika wohl als ein Kontinent im Bewusstsein, der von mächtigen Königreichen dominiert wurde, deren Entstehung und Ausbreitung naturgemäß auf »historische« Tatbestände zurückgehen 49 musste. Sieht man vom osmanisch beherrschten Nordafrika ab, wäre hier etwa an Songhay und Benin in Westafrika, Kongo in Nordangola, Äthiopien oder das Munhumutapa-Reich im nordöstlichen Zimbabwe zu denken.

Download PDF sample

Rated 4.65 of 5 – based on 11 votes